Alte Garage einfach „abreißen"? Warum das ohne Schadstoffprüfung teuer und gefährlich werden kann.
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Unscheinbar und oft schon seit Jahrzehnten auf dem Grundstück: die alte Garage. Wenn Platz für einen Neubau, einen Carport oder eine Gartenerweiterung geschaffen werden soll, scheint der Abbruch eine schnelle und günstige Lösung zu sein. Doch gerade bei Garagen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren finden sich häufig Schadstoffe, die einen unkontrollierten Rückbau zu einem ernsten Gesundheits- und Kostenrisiko machen.

Warum gerade eine alte Garage kritisch sein kann
Garagen wurden über Jahrzehnte hinweg aus Materialien gebaut, die heute als gesundheitsgefährdend gelten. Besonders weit verbreitet waren asbesthaltige Wellplatten auf Dächern und an Seitenwänden, da sie günstig, witterungsbeständig und leicht zu verarbeiten waren. Auch Bitumenanstriche, teerhaltige Dachbahnen oder künstliche Mineralfasern in Dämmungen finden sich regelmäßig in Nebengebäuden dieser Zeit.
Was früher als praktisch galt, ist heute ein Fall für den Fachbetrieb. Denn bei unsachgemäßem Rückbau werden Fasern und Schadstoffpartikel freigesetzt, die erhebliche Risiken bergen.
Typische Schadstoffe in alten Garagen
Asbest: in Wellplatten, Fassadenverkleidungen oder Rohrdämmungen
Teerhaltige Dachbahnen: enthalten häufig PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)
Künstliche Mineralfasern (KMF): in älteren Dämmungen unter dem Dach oder an Wänden
Belastete Anstriche: ältere Farben können Schwermetalle oder Lösungsmittelrückstände enthalten
Optisch lassen sich diese Materialien kaum von unbedenklichen Baustoffen unterscheiden. Nur eine fachgerechte Probenahme mit Laboranalyse schafft Klarheit.

Die Risiken eines unkontrollierten Abbruchs
Wer mit Hammer, Flex oder Bagger ohne Schadstoffprüfung vorgeht, riskiert gleich mehrere Probleme:
Gesundheitsgefahr: Freigesetzte Fasern können schwere Atemwegserkrankungen bis hin zu Krebs verursachen.
Umweltbelastung: Schadstoffe gelangen unkontrolliert in Luft, Boden und Grundwasser.
Rechtliche Folgen: Der Umgang mit Asbest und anderen Gefahrstoffen ist durch die TRGS 519 streng geregelt. Verstöße können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen.
Hohe Folgekosten: Ist belastetes Material erst einmal mit Bauschutt vermischt, muss die gesamte Menge als Sondermüll entsorgt werden.
Was zunächst nach einer günstigen Eigenleistung aussieht, kann so schnell zu einem vielfachen der ursprünglich kalkulierten Kosten führen.
Der richtige Weg: Fachgerechter Rückbau mit Konzept
Ein professioneller Rückbau beginnt nicht mit dem Bagger, sondern mit einer Bestandsaufnahme. Dazu gehören eine Schadstofferkundung mit Laboranalyse, ein darauf abgestimmter Rückbauplan nach TRGS 519, der kontrollierte Ausbau belasteter Bauteile, die sortenreine Trennung der Materialien sowie die vorschriftsmäßige Entsorgung über zugelassene Deponien. So wird sichergestellt, dass Mensch, Umwelt und Nachbarschaft geschützt bleiben und dass die Dokumentation für Behörden und spätere Bauvorhaben lückenlos ist.

Fazit: Vorsicht vor dem vermeintlich einfachen "Abriss"
Eine alte Garage ist selten nur eine alte Garage. Hinter unscheinbaren Platten und Dachbahnen können Schadstoffe stecken, die einen professionellen Rückbau zwingend erforderlich machen. Wer vorab eine Schadstoffprüfung durchführen lässt und einen zertifizierten Fachbetrieb beauftragt, spart am Ende nicht nur Nerven und Geld, sondern schützt auch seine Gesundheit und die Umwelt.
Bildnachweis: shutterstock.com




Kommentare