top of page

Asbest unter alten Fliesen: Woran Sie belasteten Fliesenkleber erkennen

  • 20. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Alte Fliesen in Bad, Küche oder Flur wirken oft solide und unauffällig und genau das macht sie tückisch. Denn unter der keramischen Oberfläche kann sich ein Schadstoff verbergen, der jahrzehntelang problemlos erschien: asbesthaltiger Fliesenkleber. Besonders in Gebäuden, die vor 1995 errichtet oder saniert wurden, ist das Risiko nicht zu unterschätzen. Was bei Renovierungs- oder Rückbauarbeiten beachtet werden sollte und wie sich belastete Kleber erkennen lassen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Ein Stapel grauer Zementplatten auf Baustelle. Ein Bohrer mit Meißelaufsatz liegt auf den Platten, umgeben von Staub und Trümmern.

Warum wurde Asbest in Fliesenklebern verwendet?

Asbest galt über viele Jahrzehnte als idealer Zusatzstoff für Baustoffe. Er ist hitzebeständig, reißfest und verbessert die Haftkraft von Klebern deutlich. Aus diesem Grund kam Asbest bis in die 1990er-Jahre hinein auch in Fliesenklebern sowie in Ausgleichsmassen zum Einsatz. Heute ist bekannt, dass selbst geringe Mengen freigesetzter Fasern erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. Ein unsachgemäßer Umgang mit belastetem Material kann schwerwiegende Folgen haben.


Typische Hinweise auf belasteten Fliesenkleber

Für Laien ist eine eindeutige Identifikation kaum möglich. Dennoch gibt es Merkmale, die auf eine mögliche Belastung hindeuten:

  • Baujahr des Gebäudes oder der Sanierung vor 1995

  • Gräuliche bis hellbraune Klebeschicht unter den Fliesen, häufig pulverig oder bröselig

  • Fliesen in Bädern, Küchen oder öffentlichen Gebäuden aus den 1960er- bis 1980er-Jahren

  • Ausgleichsmassen unter dem Kleber, die ebenfalls asbesthaltig sein können

Eine verlässliche Bewertung ist jedoch nur durch eine fachgerechte Materialprobe mit anschließender Laboranalyse möglich.


Warum ist der Rückbau besonders riskant?

Solange die Fliesen fest verlegt und unbeschädigt sind, bleibt die Belastung der Raumluft in der Regel gering. Kritisch wird es beim Entfernen: Durch Abschlagen, Bohren oder Schleifen werden feine Asbestfasern freigesetzt, die über die Atemwege in den Körper gelangen und schwere Erkrankungen wie Asbestose oder Lungenkrebs verursachen können. Auch Staubablagerungen in der Wohnung stellen ein langfristiges Risiko dar.


Achtungsschild, Text "Gefahr im Verborgenen: Asbest im Fliesenkleber", mit Infos zu Warnsignalen und Kontakten. Laboranalyse empfohlen.

Strenge gesetzliche Vorgaben beachten

Der Rückbau asbesthaltiger Fliesenkleber darf in Deutschland ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben nach TRGS 519 durchgeführt werden. Dazu zählen die Abschottung des Arbeitsbereichs, der Einsatz von Spezialsaugern der Staubklasse H, persönliche Schutzausrüstung sowie eine ordnungsgemäße Entsorgung als gefährlicher Abfall.


Warum Eigenleistung keine Option ist

Wer asbesthaltige Fliesenkleber eigenständig entfernt, riskiert nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch eine dauerhafte Kontamination der Wohnräume. Zudem drohen rechtliche Konsequenzen bei unsachgemäßer Entsorgung. Eine fachkundige Schadstoffanalyse vor Beginn der Sanierung schafft Klarheit und schützt alle Beteiligten.


Fazit: Bei Verdacht auf Asbest unter Fliesen frühzeitig handeln

Wer in einem älteren Gebäude Fliesen entfernen möchte, sollte die Möglichkeit einer Asbestbelastung im Kleber stets mitdenken. Eine professionelle Probenahme verschafft Gewissheit und bildet die Grundlage für einen sicheren Rückbau. So lassen sich Gesundheitsrisiken vermeiden, rechtliche Vorgaben einhalten und die Umwelt wirksam schützen.


Bildnachweis: shutterstock.com, Google Gemini

 
 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page