Gefahr unter dem Parkett: PAK-haltige Kleber in Altbauten erkennen und sanieren
- vor 3 Tagen
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Ein edler Parkettboden in einem Altbau strahlt Wärme und Geschichte aus. Doch unter der schönen Holzoberfläche lauert in Gebäuden, die vor den 1970er-Jahren errichtet oder saniert wurden, oft eine unsichtbare Gefahr. Schwarze Klebstoffe, die damals standardmäßig verwendet wurden, enthalten häufig PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Was genau verbirgt sich hinter diesem Schadstoff, woran erkennt man ihn und warum ist bei einer Sanierung höchste Vorsicht geboten?
Was sind PAK und warum wurden sie verwendet?
PAK ist die Abkürzung für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von mehreren hundert Einzelverbindungen, die in Teer und Pech vorkommen. Aufgrund ihrer wasserabweisenden Eigenschaften und ihrer extremen Klebekraft wurden teerhaltige Kleber jahrzehntelang genutzt, um Parkettböden oder Holzpflaster direkt auf dem Estrich zu fixieren.
Das Problem: Viele dieser Verbindungen gelten heute als nachgewiesen krebserzeugend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend.
Woran erkennt man die Gefahr von PAK?
Die Identifizierung von PAK im Parkett, ist für Laien schwierig, da der Schadstoff unter dem Oberbelag verborgen ist.
Dennoch gibt es typische Warnsignale:
Die Farbe: Wenn Parkettstäbe lose sind und darunter eine tiefschwarze, spröde Klebeschicht zum Vorschein kommt, ist die Wahrscheinlichkeit für PAK extrem hoch.
Der Geruch: Ein typischer, leicht „teeriger“ oder „muffiger“ Geruch (ähnlich wie frisch verlegter Asphalt), der besonders bei Wärme oder Feuchtigkeit auftritt, kann ein Indiz sein.
Das Baujahr: In Westdeutschland wurden teerhaltige Kleber bis ca. 1970 verwendet, in der ehemaligen DDR bis in die 1980er-Jahre hinein.

Warum ist die Sanierung so gefährlich?
Solange das Parkett fest verklebt und die Fugendichtungen intakt sind, ist die Belastung der Raumluft oft gering.
Die eigentliche Gefahr entsteht bei der Sanierung oder beim Rückbau:
Staubentwicklung: Beim Abschleifen des Bodens oder beim mechanischen Entfernen der Klebereste entsteht sehr feiner Staub, welche die PAK-Verbindungen direkt in die Atemwege transportieren.
Kontamination: Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen setzen sich die Schadstoffe in den Wänden, Vorhängen und Möbeln der gesamten Wohnung ab.
Hautkontakt: PAK können auch über die Haut aufgenommen werden, was besonders beim händischen Abkratzen ohne Schutzkleidung riskant ist.
Fachgerechte Sanierung nach DGUV 101-004
Der Umgang mit PAK-haltigen Materialien unterliegt in Deutschland strengen Arbeitsschutz- und Entsorgungsvorschriften: Hier insbesondere die DGUV Regel 101-004 (ehemals BGR 128) für kontaminierte Bereiche.
Eine professionelle Sanierung durch Fachunternehmen umfasst:
Schwarz-Weiß-Trennung: Einrichtung von Schleusen, um eine Verschleppung des Schadstoffs zu verhindern.
Spezialabsaugung: Einsatz von Industriestaubsaugern, Staubklasse H.
Schutzausrüstung: Atemschutz und Schutzanzüge für das Personal.
Fachgerechte Entsorgung: PAK-haltiger Abfall muss als gefährlicher Abfall deklariert und auf zugelassenen Deponien entsorgt werden.

Fazit: Keine Experimente bei „schwarzem Kleber“
Wer eine Sanierung plant und auf schwarzen Kleber stößt, sollte die Arbeiten sofort unterbrechen. Eine Laboranalyse bringt schnell Gewissheit. Eigenleistung ohne Fachwissen ist hier keine Option, da die gesundheitlichen Langzeitfolgen schwerwiegend sein können.
Sie haben den Verdacht auf Schadstoffe unter Ihrem Boden? Dann kontaktieren Sie uns gern.
Bildnachweis: HCH Umwelt GmbH, shutterstock.com




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