Sicher sanieren: Wir klären über Irrtümer bei Asbest und Schadstoffbelastung auf
- hchschwerin
- vor 5 Tagen
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Beim Thema Sanierung von Altbauten geht es nicht nur um neue Böden oder frische Fassaden, sondern oft auch um unsichtbare Gefahren. In vielen Gebäuden, insbesondere aus der Zeit vor 1995, sind Schadstoffe wie Asbest, künstliche Mineralfasern (KMF), PCB oder PAK verbaut. Noch immer kursieren rund um diese Materialien viele Fehleinschätzungen, die die Gesundheit gefährden und Bauprojekte verzögern können. Wir klären vier der häufigsten Irrtümer auf.

Irrtum Nr.1: „Solange Asbest unversehrt ist, besteht kein Risiko in der Sanierung“
Diese Annahme kann trügerisch sein. Zwar ist fest gebundener Asbest in Zementplatten oder Fassadenverkleidungen weniger gefährlich, solange er vollständig intakt ist. Doch bereits durch Alterung, Witterungseinflüsse oder Erschütterungen können feine Fasern freigesetzt werden und das oft unbemerkt. Die Risiken beim Sanieren werden dadurch unterschätzt. Sicherheit bietet nur eine fachgerechte Untersuchung durch ein zugelassenes Labor.
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Irrtum Nr.2: „Schadstoffe lassen sich leicht beim Sanieren erkennen“
Leider nein. Asbesthaltige Platten oder PAK-haltige Kleber unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von unbedenklichen Materialien. Auch künstliche Mineralfasern wirken auf den Laien wie herkömmliche Dämmstoffe. Eine sichere Identifikation ist nur durch Materialbeprobung und Analyse möglich. Laien sollten keinesfalls auf eigene Einschätzungen vertrauen.

Irrtum Nr.3: „Mit Maske und Handschuhen kann ich das selbst entfernen“
Der Umgang mit Schadstoffen ist gesetzlich streng geregelt. Arbeiten an asbesthaltigen Materialien dürfen nur von zertifizierten Fachfirmen durchgeführt werden unter Einhaltung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (kurz: TRGS). Eigenleistung ist nicht nur verboten, sondern hochgefährlich. Schon kleine Fehler bei der Demontage können massive Faserkonzentrationen in der Raumluft verursachen.
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Irrtum Nr.4: „Nur sehr alte Gebäude sind betroffen“
Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Auch Gebäude aus den 1990er-Jahren oder spätere Objekte, die mit älteren Materialien saniert wurden, können Schadstoffe enthalten. Besonders bei unklarer Bau- oder Sanierungshistorie ist eine professionelle Schadstofferkundung dringend zu empfehlen und das kann auch jüngere Gebäude betreffen.
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Fazit: Fundiertes Wissen schützt. Falsche Annahmen gefährden
Wer mit veralteten oder falschen Informationen plant, riskiert mehr als nur Zusatzkosten. Eine realistische Einschätzung der Gebäudesubstanz und der möglichen Schadstoffbelastung ist der erste Schritt zu einem sicheren, nachhaltigen und wirtschaftlich sinnvollen Projekt.
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